Stubenfliege (Musca domestica)
Stubenfliege (Musca domestica)
Stubenfliege – Alles über Musca domestica
Stubenfliege (Musca domestica): Merkmale, Entwicklung, Verhalten, Hygienerisiken – alles über die weltweit verbreitete Fliegenart im Überblick.
Eckdaten
- Größe: 6–8 mm; Flügelspannweite bis 15 mm
- Gewicht: etwa 10–15 mg
- Ernährung: organische Flüssigkeiten – Abfälle, Fäkalien, Speisereste
- Fortpflanzung: bis zu 500 Eier, Entwicklung in wenigen Tagen
- Wissenschaftlicher Name: Musca domestica
- Deutscher Name: Stubenfliege
- Familie: Muscidae (Echte Fliegen)
- Lebensweise: synanthrop – lebt in direkter Nähe des Menschen
- Besonderheit: keine stechenden Werkzeuge
- Verbreitung: weltweit – ursprünglich paläarktisch, heute kosmopolitisch
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Aussehen
- Typische Merkmale
- Nahrung
- Fortpflanzung und Entwicklungszyklus
- Jahreszeitliches Verhalten
- Vorkommen und Verbreitung
- Verhalten gegenüber Menschen
- Was du tun kannst
- FAQ
- Auf den Punkt gebracht
Einführung
Du kennst sie mit Sicherheit: Die Stubenfliege – eine der bekanntesten Insekten weltweit. Sie sitzt auf deinem Teller, schwirrt durch Küchen und Bäckereien oder krabbelt über den Komposteimer. Doch hinter der kleinen Fliege steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.
Mit ihrer enormen Anpassungsfähigkeit hat sich Musca domestica weltweit verbreitet – fast immer in direkter Umgebung des Menschen. Dabei kann sie nicht nur nerven, sondern auch Keime und Krankheitserreger verbreiten. Zeit, einen genaueren Blick auf diese Alltagsbegleiterin zu werfen.
Aussehen
Die Stubenfliege ist eine kleine, kompakte Fliege mit typischer Körperstruktur.
- Der Brustbereich (Thorax) ist grau mit vier dunklen Längsstreifen.
- Der Hinterleib ist grau-gelblich mit oft unregelmäßiger Musterung.
- Die Flügel sind durchsichtig und leicht glänzend, in Ruhestellung schräg nach hinten gefaltet.
- Die Augen sind groß, rundlich und rotbraun, bestehend aus Tausenden Einzelaugen (Facettenaugen).
- Die Fühler sind borstenartig kurz.
- Die Beine sind dünn, schwarz und mit Haftpolstern und kleinen Krallen ausgestattet.
Besonders auffällig: der Saugrüssel, ein weiches, schwammartiges Organ, das ausschließlich auf das Aufnehmen flüssiger oder verflüssigter Nahrung spezialisiert ist.
Typische Merkmale
Die Stubenfliege bringt eine ganze Reihe biologischer Besonderheiten mit:
- Hohe Anpassungsfähigkeit: Sie überlebt in fast jeder Umgebung mit organischem Material.
- Schnelle Vermehrung: Mehrere Generationen pro Saison – Entwicklung in wenigen Tagen.
- Keine stechenden Werkzeuge: Sie kann nicht beißen oder stechen.
- Mechanischer Keimträger: Durch Kontakt mit Fäkalien und Abfällen überträgt sie Krankheitserreger.
- Kosmopolitisch: Ursprünglich paläarktisch, heute weltweit verbreitet.
Mit diesen Eigenschaften zählt sie zu den erfolgreichsten Kulturfolgern der Tierwelt.
Nahrung
Stubenfliegen fressen nichts Festes. Ihre Nahrung muss flüssig oder verflüssigbar sein – sonst ist sie für sie unbrauchbar.
Typische Nahrungsquellen:
- Faulende Küchenabfälle
- Tierkot und Aas
- Vergorene Früchte, Obstsäfte, süße Flüssigkeiten
- Speisereste und verschüttete Getränke
Um feste Nahrung nutzen zu können, erbricht die Fliege Verdauungsenzyme auf die Oberfläche, um diese vorzuverdauen – erst danach kann sie die gelösten Nährstoffe aufsaugen.
Diese Eigenart macht sie hygienisch besonders problematisch, gerade in lebensmittelverarbeitenden Betrieben.
Fortpflanzung und Entwicklungszyklus
Die Stubenfliege hat eine beeindruckend kurze Entwicklungszeit.
Entwicklungsschritte:
- Ei – nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 500 Eier
- Larve (Made) – frisst organisches Material, durchläuft drei Larvenstadien
- Puppe – nach wenigen Tagen
- Adulte Fliege (Imago) – geschlechtsreif nach kurzem Reifungsprozess
Unter optimalen Bedingungen (25–30 °C) dauert die gesamte Entwicklung nur 7–10 Tage. In einem Sommer sind dadurch mehrere Generationen möglich – meist 10–12, in tropischen Regionen sogar mehr.
Die Eiablage erfolgt bevorzugt auf:
- Fäkalien
- Abfallhaufen
- Kompost
- Tierkadavern
Jahreszeitliches Verhalten
In Mitteleuropa sind Stubenfliegen hauptsächlich von Frühling bis Herbst aktiv.
- Ab 10 °C beginnt die Eiablage.
- Die Hauptaktivität liegt bei Temperaturen über 20 °C.
- In beheizten Innenräumen sind sie ganzjährig aktiv.
Bei sinkenden Temperaturen ziehen sie sich in Ställe, Häuser und warme Ecken zurück, wo sie weiterhin Nahrung und Brutplätze finden können.
Vorkommen und Verbreitung
Stubenfliegen sind echte Kosmopoliten: Sie kommen weltweit vor – überall dort, wo Menschen leben. Ursprünglich aus der paläarktischen Region stammend, wurden sie durch den Menschen über die Kontinente verbreitet.
Bevorzugte Orte:
- Ställe, Mistplätze
- Mülltonnen, Kompostanlagen
- Küchen, Restaurants, Bäckereien
- Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen
- Wohnungen, Balkone
Ihre Nähe zum Menschen macht sie zu einer klassischen synanthropen Art – sie lebt durch uns, mit uns und von uns.
Verhalten gegenüber Menschen
Die Stubenfliege ist nicht aggressiv, sticht nicht und beißt nicht. Dennoch gilt sie als problematisch – und das aus gutem Grund:
- Sie läuft über Kot, Aas und Abfall und überträgt Keime mechanisch weiter.
- An Beinen, Flügeln und im Saugrüssel können Erreger haften.
- Durch Erbrochenes und Ausscheidungen auf Lebensmitteln gelangen Bakterien und Viren auf Dein Essen.
Besonders kritisch ist ihr Vorkommen in:
- Küchen
- Krankenhäusern
- Lebensmittelbetrieben
Hygienisch ist sie deshalb nicht harmlos, obwohl sie körperlich keine Gefahr darstellt.
Was du tun kannst
Fliege auf dem Kuchen
Du hast Gäste und eine Fliege setzt sich auf den Kuchen? Lieber abdecken – denn selbst kurze Berührungen können Keime hinterlassen.
Kompost im Garten
Offene Komposthaufen oder Biotonnen sind regelrechte Brutstätten. Abdeckungen und regelmäßiges Umsetzen helfen, die Fliegenzahl zu verringern.
Fliegengitter am Fenster
Eine einfache Maßnahme mit großer Wirkung. Fliegengitter halten Musca domestica zuverlässig draußen – besonders in Küchen ein Muss.
FAQ
1. Kann die Stubenfliege stechen?
Nein. Sie hat keine stechenden oder beißenden Mundwerkzeuge.
2. Wie schnell entwickelt sich eine Stubenfliege?
Bei optimaler Temperatur dauert es nur 7–10 Tage von Ei bis zur fertigen Fliege.
3. Ist sie gefährlich für Menschen?
Direkt nicht – aber sie kann durch Keimübertragung Krankheiten begünstigen.
4. Was hilft gegen Fliegen in der Wohnung?
Fliegengitter, saubere Abfallentsorgung, geschlossene Mülleimer, keine offenen Lebensmittel.
5. Wo legt die Stubenfliege ihre Eier ab?
In faulenden organischen Materialien wie Mist, Abfällen, Kompost oder Kadavern.
Auf den Punkt gebracht
Die Stubenfliege ist ein Vorzeigebeispiel, wenn es um die Anpassung an den Menschen geht, und ein deutlich unterschätzter Hygienefaktor. Auch wenn sie selbst keine direkte Gefahr darstellt, kann sie durch ihre Lebensweise Krankheitserreger auf unseren Alltag übertragen. Ihre enorme Fortpflanzungsrate, die Nähe zum Menschen und ihre Fähigkeit, sich fast überall durchzuschlagen, machen sie zu einem typischen Begleiter des urbanen Lebens – und zu einem Insekt, dem Du lieber nicht zu nahekommst.
