Steinhummel (Bombus lapidarius)
Steinhummel (Bombus lapidarius)
Steinhummel – Erkennen, Lebensweise & Bedeutung im Garten
Die Steinhummel (Bombus lapidarius) ist eine häufige Hummelart mit auffällig rotem Hinterleib. Erfahre alles über Aussehen, Zyklus und ökologische Rolle.
Eckdaten
- Größe: Königin 20–22 mm, Männchen & Arbeiterinnen 12–16 mm
- Färbung: Schwarz mit rot‑oranger Hinterleibsspitze
- Nahrung: Nektar & Pollen, wichtige Bestäuberin
- Nestbau: Unterirdisch oder in Steinritzen
- Flugzeit: Frühjahr bis Herbst
- Verbreitung: Ganz Mitteleuropa, häufig in Gärten
- Wissenschaftlicher Name: Bombus lapidarius
- Deutscher Name: Steinhummel
- Familie: Apidae (Echte Bienen)
- Besonderheit: Staatengründung durch Einzelkönigin
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Aussehen
- Typische Merkmale
- Nahrung
- Fortpflanzung und Entwicklungszyklus
- Jahreszeitliches Verhalten
- Vorkommen und Verbreitung
- Verhalten gegenüber Menschen
- Was kannst du für die Hummel tun?
- FAQ
- Bleibt nur noch zu sagen
Einführung
Wenn Du im Sommer eine schwarz behaarte Hummel mit leuchtend rotem Hinterleib siehst, hast Du sehr wahrscheinlich eine Steinhummel vor Dir. Diese auffällige Art gehört zu den häufigsten und bekanntesten Hummeln Mitteleuropas – und sie ist ein echter Gartengast.
Die Steinhummel lebt in selbst gegründeten Staaten mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Ihre Fähigkeit, auch bei kühleren Temperaturen zu fliegen, macht sie zu einer unverzichtbaren Bestäuberin von Wild- und Kulturpflanzen. In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige über Aussehen, Nestbau, Lebenszyklus und wie Du sie in Deinem Garten unterstützen kannst.
Aussehen
Die Steinhummel ist kompakt, kräftig und auffällig behaart. Typisch ist die Färbung in Schwarz und Rot:
- Thorax und vorderer Hinterleib sind tief schwarz
- Die letzten Segmente des Hinterleibs sind leuchtend orange bis rot
- Flügel dunkel getönt, aber durchscheinend
- Kopf mit kurzen Fühlern und großen Komplexaugen
Das Farbmuster bleibt bei den Weibchen (Königinnen und Arbeiterinnen) gleich, während Männchen zusätzlich gelbe Haare am Kopf und eine gelbe Querbinde am Brustbereich zeigen.
Typische Merkmale
Die Steinhummel lässt sich leicht von anderen Arten unterscheiden:
- Plüschiger, schwarzer Körper
- Rot-orange Hinterleibsspitze (bei Weibchen)
- Gelbe Kopfbehaarung und Brustbinde (nur bei Männchen)
- Flugzeit von Frühjahr bis Herbst
- Nestbau bevorzugt in Steinhaufen oder Erdlöchern
Sie gehört zu den staatenbildenden Hummeln, d. h. sie lebt im Sommer in Kolonien mit Arbeitsteilung und klarer Rollenverteilung.
Nahrung
Steinhummeln ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen:
- Nektar dient als Energielieferant
- Pollen wird als Eiweißquelle für die Larven gesammelt
Sie besuchen eine Vielzahl an Blütenpflanzen und sind besonders aktiv an:
- Disteln, Klee, Natternkopf, Taubnesseln
- Beerensträuchern, Wildrosen und Kräutern
- Gartenpflanzen wie Lavendel, Thymian und Salbei
Durch ihre Beständigkeit auch bei kühlem Wetter übernehmen Steinhummeln wichtige Bestäubungsleistungen, wenn andere Insekten bereits pausieren.
Fortpflanzung und Entwicklungszyklus
Die Königin überwintert einzeln in geschützten Verstecken und erwacht im Frühjahr.
- Nestgründung: Sie sucht einen geeigneten Ort, z. B. einen verlassenen Mäusegang oder Hohlraum unter Steinen
- Erste Brut: Die Königin sammelt Pollen und Nektar, legt Eier und wärmt diese durch Muskelzittern
- Arbeiterinnen-Phase: Nach wenigen Wochen schlüpfen Arbeiterinnen, übernehmen Nestpflege und Nahrungssuche
- Staatswachstum: Die Kolonie wächst auf 100–300 Tiere an
- Generationswechsel: Im Spätsommer schlüpfen Drohnen und neue Königinnen
- Ende der Kolonie: Alte Königin und Arbeiterinnen sterben, nur begattete Jungköniginnen überwintern
Diese Jahresstruktur ist typisch für viele einjährige Hummelstaaten in Mitteleuropa.
Jahreszeitliches Verhalten
Steinhummeln sind zwischen April und Oktober aktiv:
- Frühjahr (April/Mai): Nestgründung durch überwinterte Königin
- Sommer: Volk in voller Größe, rege Nahrungssuche
- Spätsommer: Paarung, Bildung neuer Königinnen
- Herbst: Zusammenbruch des Staates
- Winter: Überwinterung der neuen Königinnen im Boden
Besonders bemerkenswert: Sie können auch bei Temperaturen unter 10 °C fliegen. Dafür erzeugen sie durch Muskelzittern Körperwärme – ein evolutionärer Vorteil gegenüber anderen Bestäubern.
Vorkommen und Verbreitung
Die Steinhummel ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Sie gilt als besonders anpassungsfähig (euryök) und bewohnt unterschiedlichste Lebensräume:
- Gärten und Parks
- Wiesen, Feldraine, Hecken, Böschungen
- Lichtungen und Waldränder
- Ruderalflächen und Siedlungsbereiche
Besonders beliebt sind warme, trockene Standorte mit vielfältigem Blütenangebot.
Verhalten gegenüber Menschen
Steinhummeln sind friedlich und scheu. Ein Stich erfolgt nur in äußerster Not – etwa bei Bedrohung des Nestes. Ihr Verhalten ist nicht aggressiv, sie lassen sich sogar beim Sammeln gut beobachten.
Weil sie wertvolle Bestäuber sind, gelten sie als nützliche Insekten, die in Gärten ausdrücklich willkommen sein sollten.
Was kannst du für die Hummel tun?
Nisthilfe bieten
Wenn Du Hummeln im Garten fördern willst, lass Steinhaufen oder offene Bodenstellen ungestört. Auch alte Mäuselöcher werden gern angenommen.
Pflanzen für Steinhummeln
Blühpflanzen wie Lavendel, Salbei, Taubnessel, Natternkopf und Brombeeren liefern reichlich Nektar und Pollen – ideal vom Frühjahr bis in den Herbst.
Beobachtungen im Alltag
Du erkennst sie oft an ihrem leisen, tiefen Brummen und der roten Hinterleibsspitze, wenn sie Blüten anfliegen oder tief zwischen Stauden umherstreifen.
FAQ
1. Wie unterscheide ich die Steinhummel von anderen Hummelarten?
Am besten an der schwarzen Behaarung mit leuchtend rotem Hinterleib – ein klares Erkennungsmerkmal.
2. Kann ich eine Steinhummel-Nisthilfe bauen?
Ja, z. B. aus einem umgedrehten Blumentopf mit Mausloch-Attrappe oder lockerem Steinhaufen.
3. Sind Steinhummeln gefährlich?
Nein. Sie sind nicht aggressiv und stechen nur zur Selbstverteidigung.
4. Was tun bei Hummelnest im Garten?
Lass es in Ruhe. Der Staat stirbt im Herbst ab, und das Nest wird nicht wiederverwendet.
5. Welche Pflanzen sind besonders attraktiv für Steinhummeln?
Salbei, Taubnessel, Brombeere, Lavendel, Klee, Distel – ideal sind Blüten mit offenem Zugang.
Bleibt nur noch zu sagen
Die Steinhummel ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ökologisch unverzichtbar. Ihre Fähigkeit, früh im Jahr zu fliegen, macht sie zur ersten Bestäuberin vieler Frühblüher. Wer Gärten und Landschaften naturnah gestaltet, hilft ihr – und profitiert gleichzeitig von ihrer Bestäubungsleistung.
Mit etwas Aufmerksamkeit kannst Du sie bald in Deinem Garten entdecken: als leisen, pelzigen Gast mit feuerrotem Rücken.
