Schwarze Wegameise (Lasius niger)
Schwarze Wegameise (Lasius niger)
Schwarze Wegameise – Porträt einer Überlebenskünstlerin
Alles über die Schwarze Wegameise: Aussehen, Nestbau, Ernährung, Verhalten & warum sie in Gärten so häufig ist. Jetzt verständlich erklärt!
Eckdaten
- Winzig klein, aber perfekt organisiert: Kolonien mit tausenden Arbeiterinnen
- Gleicht einem Mini-Staat mit klarer Rollenverteilung
- Hütet Blattläuse wie Vieh und nutzt deren Honigtau
- Ist nicht gefährlich – aber mitunter lästig
- Weltweit erfolgreich und extrem anpassungsfähig
- Artname: Lasius niger
- Größe: Arbeiterinnen 3–5 mm, Königinnen 8–9 mm
- Sozialstruktur: Ein-Königin-Staat (monogyn)
- Ernährung: Allesfresser – Nektar, Honigtau, kleine Insekten
- Nestbau: Meist unter Steinen, in Bodenritzen oder Pflaster
- Verbreitung: In Europa häufig, auch weltweit eingeführt
- Besonderheit: „Hält“ Blattläuse wie Nutztiere
- Verhalten gegenüber Menschen: Nicht gefährlich, aber lästig
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Aussehen und Körperbau
- Organisation im Ameisenstaat
- Nestbau: Zwischen Pflasterritzen und Steinen
- Ernährung: Zucker, Blattläuse und Beute
- Fortpflanzung und Entwicklung
- Aktivität im Jahreslauf
- Verbreitung: Von Gärten bis Weltkarte
- Kontakt mit dem Menschen
- FAQ zur Schwarzen Wegameise
Einführung
Sie ist klein. Sie ist schwarz. Und sie ist fast überall. Die Schwarze Wegameise ist eine der erfolgreichsten Ameisenarten Europas – und vermutlich die, die Du am häufigsten gesehen hast. Ob in Gärten, auf Terrassen oder zwischen Pflastersteinen: Lasius niger hat sich ihren Weg gemacht. Doch was macht sie so besonders? Warum lebt sie in Staaten? Und wie schafft sie es, sogar mit winzigen Blattläusen einen „Nutztiervertrag“ einzugehen? Diese Fragen klären wir jetzt. Und zwar so, dass Du mitreden kannst – auch wenn Du kein Biologe bist.
Aussehen und Körperbau
Die Schwarze Wegameise ist winzig, doch ihr Körperbau ist ein Wunderwerk der Evolution. Ihre Farbe reicht von schwarz bis dunkelbraun, die Körperoberfläche glänzt leicht durch feine Härchen. Arbeiterinnen erreichen nur 3–5 mm, die Königin ist mit 8–9 mm deutlich größer. Wer genau hinschaut, erkennt die charakteristische Taille zwischen Brust und Hinterleib – das ist typisch für Ameisen. Auch die Antennen sind auffällig: Sie bestehen aus mehreren Gliedern, wobei das erste Segment deutlich verlängert ist. Während die Arbeiterinnen flügellos sind, tragen die Geschlechtstiere (Männchen und Jungköniginnen) während der Paarungszeit Flügel.
Organisation im Ameisenstaat
Wie in einem Mini-Staat funktioniert bei Lasius niger alles nach festen Rollen. Eine einzige Königin gründet den Staat und bleibt für den Nachwuchs zuständig. Tausende Arbeiterinnen kümmern sich um den Bau, die Nahrungssuche und die Brutpflege. Diese klare Arbeitsteilung ist effizient – und überlebenswichtig. Kommunikation erfolgt über Pheromone, also Duftstoffe. Findet eine Arbeiterin eine Nahrungsquelle, hinterlässt sie eine Spur – und der Rest folgt.
Nestbau: Zwischen Pflasterritzen und Steinen
Ihre Nester baut die Schwarze Wegameise gerne dort, wo man sie nicht vermutet: unter Terrassenplatten, zwischen Steinen, in Mauerritzen oder direkt im Erdboden. Von außen ist oft nur ein kleines Loch sichtbar, doch unter der Oberfläche erstreckt sich ein verzweigtes Tunnelsystem. Die Kolonie wächst mit der Zeit – oft leben mehrere tausend Individuen im selben Bau. In Ausnahmefällen kann die Zahl deutlich höher liegen.
Ernährung: Zucker, Blattläuse und Beute
Lasius niger ist ein echter Opportunist – also ein Allesfresser. Hauptnahrung sind zuckerhaltige Stoffe wie Nektar oder der von Blattläusen abgesonderte Honigtau. Besonders spannend: Die Ameisen „hüten“ Blattläuse, wie ein Schäfer seine Herde. Sie beschützen die Blattläuse vor Fressfeinden und kassieren im Gegenzug deren süßen Honigtau. Eine klassische Win-win-Situation. Aber auch tierisches Protein steht auf dem Speiseplan: kleine Insekten, Larven oder tote Tiere – alles wird verwertet.
Fortpflanzung und Entwicklung
Der Lebenszyklus der Schwarzen Wegameise folgt dem klassischen Insektenmodell: Ei → Larve → Puppe → fertige Ameise (Imago). Besonders spektakulär sind die Schwarmflüge im Sommer, meist im Juli oder August. Dann steigen tausende geflügelte Männchen und Jungköniginnen in die Luft – oft gleichzeitig in vielen Gärten. Nach der Paarung landen die Jungköniginnen, werfen ihre Flügel ab und gründen neue Nester. Die ersten Eier entwickeln sich zu Arbeiterinnen, die den Aufbau der Kolonie übernehmen.
Aktivität im Jahreslauf
Die Schwarze Wegameise ist ganzjährig aktiv – zumindest in wärmeren Regionen. Im Winter zieht sich das Volk zurück. Die Aktivität der Kolonie sinkt, die Königin hält eine Art Winterruhe. Ab dem Frühjahr beginnt der Kreislauf von Neuem: Eier werden gelegt, Larven versorgt, das Nest erweitert. In warmen Sommermonaten erreichen Aktivität und Ausbreitung ihren Höhepunkt.
Verbreitung: Von Gärten bis Weltkarte
Kaum eine Ameisenart ist so weit verbreitet wie die Schwarze Wegameise. In Europa ist sie praktisch überall zu finden – von Nordskandinavien bis Süditalien. Doch nicht nur hier. Durch den Menschen wurde sie in andere Kontinente eingeführt – ob absichtlich oder versehentlich. Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie zu einem echten Weltbürger unter den Insekten. In Deutschland lebt sie bevorzugt in Gärten, Wiesen, Parks oder Waldrändern – aber auch im städtischen Raum, etwa an Gehwegen, Hausmauern oder in Mauerritzen.
Kontakt mit dem Menschen
Auch wenn Lasius niger kein Schädling im klassischen Sinne ist: In großen Zahlen kann sie lästig werden. Vor allem im Sommer dringen Arbeiterinnen auf der Suche nach süßen Lebensmitteln in Wohnungen ein. Dort können sie Lebensmittel verunreinigen – nicht gefährlich, aber unangenehm. In seltenen Fällen können die unterirdischen Gänge der Kolonien den Boden unter Pflastersteinen oder Terrassen destabilisieren.
FAQ zur Schwarzen Wegameise
1. Wie groß wird eine Schwarze Wegameise?
Arbeiterinnen sind 3–5 mm lang, Königinnen erreichen etwa 8–9 mm.
2. Ist die Schwarze Wegameise gefährlich?
Nein. Sie ist ungefährlich, kann aber als Lästling auftreten, wenn sie ins Haus gelangt.
3. Was frisst die Schwarze Wegameise?
Zuckerhaltige Substanzen wie Nektar und Honigtau, aber auch kleine Insekten.
4. Wie entsteht ein neuer Staat?
Nach der Paarung gründet eine Jungkönigin ein neues Nest und zieht die ersten Arbeiterinnen groß.
5. Wo finde ich ihre Nester?
Im Boden, unter Platten, in Mauerritzen oder zwischen Steinen – meist gut versteckt.
